Es ist schon fast einmalig. In einem Land der Erde findet man fast alles was es so an Landschaften auf dieser Erde gibt. In Südafrika erleben Sie den Atlantischen Ozean, den Indischen Ozean - welcher sogar im südafrikanischen Winter noch einigermaßen warmes Wasser, zumindest an der North Coast bietet. Sie geniesen traumhafte Sandstrände - nicht so überlaufen wie am Mittelmeer. Landschaften wie die deutschen Mittelgebirge, ebenfalls Weingegenden wie wir sie in Europa kennen, ja sogar Gegenden, welche ans Allgäu erinnern. Dann wilde Schluchten - Grand Canyons wie in Amerika, Savannen, Wüsten, Wälder und last but not least Hochgebirge mit Bergen bis zu 3.500 m Höhe. Genannt ist dieses Gebirgsmassiv "Drakensberg" oder wie der Einheimische sagt: der Berg.

Als ich das erste Mal diese Berge besuchte, war ich doch sehr überrascht. Ein bißchen erinnerten Sie mich an die Dolomiten in den Alpen, obwohl Sie doch einen ganz eigenständigen Charakter aufweisen. Die Fauna ist doch sehr anders. So sind die Berge grün bis in höchste Höhen. Es fällt einem auch auf, daß die Berge kaum für den Tourissmus erschlossen sind. Alles ist naturhaft belassen, Keine Seilbahnen, Bergrestaurants - nur eben fantastische Wanderwege. Man trifft kaum Leute, alles ist so groß und weit und zivilations-ungeschädigt. Und hierzu kommt ein sagenhaftes mildes Klima, auch auf den Berggipfeln der höchsten Berge. Auffallend sind viele besonders hervorstechende Fels- und Gebirgs-formationen, welche dann auch ausdruckstarke Namen erhielten, so das "Amphitheatre" neben dem "Sentinal" (3.165 m) im "Royal Natal National Park", "Cathedral Peak" (3.004 m), Giants Castle (3.312 m) - um nur einige zu nennen.
 

Heute ist dieses gesamte Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt. Der uKhahlamba-Drakensberg-Park bekam im Jahr 2000 von der UNO die Eintragung zum Welt-Kultur und Natur-Erbe.  Indem das Gebiet sowohl die Beding-ungen für die Natur- als auch die für die Kultur-Eintra-gung erfüllt, kann es sich offiziell rühmen in Bezug auf seine "außergewöhnlichen Naturschauspiele und Schönheit, seinen einmaligen Reichtum an biologischer Vielfalt, den Schutz absolut wichtiger endemischer und bedrohter Arten und außerdem Meisterwerke genialen menschlischen Schaffens in Form von 35 000 'San' Felsenmalereien". Viele Menschen haben dies schon seit langem gewusst.

 

Die Vorgebirge bieten hervorragendes Wei-deland für Elenanti-lopen, Gnus, Ried- und Buschböcke, Klippspringer, Kuhan-tilopen, Bleichböck-chen und Steppen-ducker. Seltener sieht man Schakale, Pavi-ane und Leoparden, während die Vogelwelt vor allem durch Geier, Adler und Falken vertreten ist.

Vor etwa 25 Millionen Jahren drangen durch Risse im Gesteinsgefüge Lavamassen nach oben. Die durch Vulkane eruptierten Basalte waren über 1.000 m mächtig und bilden heute das "Dach" Südafrikas. An diesem Dach regnen sich die feuchten Luftmassen des Indischen Ozeans ab, und im Laufe der Zeit wurden tiefe Täler geschaffen. Da es an der Oberseite des Gebirgsmassivs besonders viel regnet, ist auch hier die Abtragung am intensivsten. So wurde im Zuge der rückschreitenden Erosion der Basalt wieder abgetragen und der darunterliegende Sandstein wieder freigelegt. Die Gipfel allerdings bestehen weiter aus Basalt. Von der Oberseite betrachtet, formen die Basaltmassen eine hohe Wand, die nur durch Schluchten und Täler unterbrochen wird.

Von den alten Mystikern Südafrikas als lebenspendend für den menschlichen Geist anerkannt, verdankt die starke Anziehungskraft dieses 200km langen Wunderlandes viel dem intensiven Verhältnis zu den Menschen - insbesondere während der über eine Million Jahre langen Steinzeit. Dies endete, spät im 19. Jahrhundert, tragischerweise mit dem Verschwinden der San, Sammler und Jäger, in der Umgangssprache Buschmänner genannt. Von den Großen Seen Zentral-Afrikas einwandernde Stämme hatten sich schon im 13. Jahrhundert einschüchtern lassen von der gewaltigen Größe uKhahlambas - Barriere der Speere - die später die äußerste westliche Abgrenzung des Zulu-Reiches werden sollte. Die Ochsenkarren der Burensiedler bewältigten seine steilen Pässe im Jahre 1837 auf ihrem Großen Trek weg von der britischen Vorherrschaft in der Kap-Kolonie zu einem 'gelobten Land'. Der Name Drakensberg wurde vierzig Jahre später geprägt, als ein Burenvater und sein Sohn berichteten, einen Drachen gesichtet zu haben - einen Riesensalamander mit Flügeln und einem Schwanz, der hoch über den wolkenbedeckten Bergspitzen flog.

Von den massiven Basaltfelsen seiner nördlichen Ausläufer bis zu den hochragenden Sandsteinmauern im Süden bietet der "Berg" - wie er im Volksmund be-kannt ist - jedem, gleich welchen Alters, der gern vollkommen ausspannen möchte, unzählige Freuden. Ruhe und Frieden sind die Schlagwörter für diese un-übertreffliche Pracht, wo der zweithöchste Wasserfall der Welt in einer Serie von atemberaubenden Kaska-den herunterstürzt.
Unterkunft passt sich allen Geschmäckern und allen Finanzlagen an ... von Luxus-Ferienanlagen und Hotels mit ultramodernen Konferenzgelegenheiten zu Gästehäusern, Frühstückspensionen, Wohnwagen-plätzen und Ferienhäuschen. Draußen im Freien erwarten den müden Wanderer Höhlen und Hütten. Tausende von Wanderwegen sind quer durch die Berggegend markiert - von kurzen Spaziergängen durch einheimische Farnwälder zu anstrengenderen Tagesausflügen mit Überqueren von Flüssen und Berghängen bis zu regelrechten Abenteuern im Gegenüber mit der Natur. Obwohl Unfälle nur selten vorkommen, müssen Ausflüge von mehr als ein paar Stunden vor Antreten in das Bergrettungsregister eingetragen werden. Ein Teil jeder Eintrittsgebühr zu einem KwaZulu-Natal-Schutzgebiet wird dem unbe-zahlbaren Notdienst gestiftet, den Freiwillige des Südafrikanischen Bergclubs betreiben.

Vielleicht haben Sie gar nicht vor, weiter als bis auf einen der vier schön gelegenen Golfplätze vorzu-dringen, jedoch könnte Ihre künstlerische Begabung Sie dazu verleiten, mit größter Zufriedenheit ganze Tage damit zu verbringen, die bezaubernde Land-schaft auf Leinwand zu bannen. Pferdepfade und malerische Ausflüge per Auto bieten müden Füßen Gelegenheit zum Ausruhen, ohne das unvergessliche Erlebnis zu verpassen, seltene Raubvögel bei der Mahlzeit im "Aasgeier-Restaurant" zu beobachten. Oder Sie könnten Ihre Angel auswerfen in einem der Forellenflüsse und so Ihre eigene Mahlzeit fangen.

Um wunderbare Erinnerungen fürs Leben zu sam-meln, ist es nicht unbedingt nötig, ein abgehärteter Bergsteiger oder Kletterer zu sein - obwohl es nicht zu leugnen ist, dass die Herausforderungen des Berges diesen Wagehälsen ganz offensichtlich eine enorme Genugtuung bereiten. So oder so, Sie werden garantiert zur Welt "da unten" reichlich belohnt und verjüngt zurückkehren.

 


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